Was ist jmd2start?

Junge Flüchtlinge persönlich und lebensnah unterstützen

Seit 2015 kommen viele junge Menschen nach Deutschland, um Schutz zu suchen. Mehr als 440.000 Menschen stellten im Jahr 2015 einen Erstantrag auf Asyl in Deutschland. Ein Teil von ihnen wird dauerhaft in Deutschland bleiben. Es werden Strukturen zur Erstversorgung und -orientierung benötigt. Ebenso sind aber auch Angebote zur langfristigen Integration gefragt.

Mehr als 70 % der Personen, die im Jahr 2015 Asyl beantragten, war jünger als 30 Jahre. Ein Viertel aller Antragsstellerinnen und -steller ist zwischen 18 und 25 Jahren alt. Ebenfalls leben viele junge Menschen bereits seit Monaten oder Jahren mit einer Duldung in Deutschland – sie besitzen keine Aufenthaltserlaubnis, können aber aus tatsächlichen oder rechtlichen Gründen nicht abgeschoben werden. In dieser Lebensphase haben die jungen Menschen Wünsche, Pläne, Zweifel und Ängste. Vieles funktioniert in Deutschland anders als sie es gewohnt sind. Zusätzlich tragen sie die Erfahrungen der Flucht und häufig auch Sorgen um Familienmitglieder mit sich.

Junge Menschen benötigen in dieser Situation kompetente und verlässliche Ansprechpersonen und sozialpädagogische Angebote vor Ort. So fallen die ersten Schritte leichter und der Zugang zu Bildung, Ausbildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe kann einfacher gelingen.

Anprechpersonen von Anfang an

Im Modellprojekt „jmd2start – Begleitung für junge Flüchtlinge im Jugendmigrationsdienst“ beraten über 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an 24 Standorten der Jugendmigrationsdienste (JMD) speziell junge Flüchtlinge. Die Angebote richten sich an junge Menschen zwischen 12 und 27 Jahren,

  • die einen Asylantrag stellen wollen
  • die einen Asylantrag gestellt haben (mit Aufenthaltsgestattung)
  • deren Asylantrag abgelehnt wurde und deren Abschiebung ausgesetzt wurde (mit Duldung).

jmd2start ist in allen Bundesländern vertreten und bei bestehenden Jugendmigrationsdiensten eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten Beratung in verschiedenen Sprachen an und berücksichtigen stets den gesamten Lebenszusammenhang der jungen Menschen.

Die nächsten Schritte planen

Kann ich weiter die Schule besuchen? Ich möchte an einem Sprachkurs teilnehmen, habe aber eine Duldung – geht das? Wie kann ich eine Ausbildung beginnen, wenn ich keine Zeugnisse habe? 

jmd2start-Standorte beraten junge Menschen bei ihren ersten Schritten in Deutschland, zum Beispiel:

  • bei Fragen zur Orientierung in der neuen Umgebung
  • bei der Auswahl von Sprach- und Integrationskursen
  • bei der Suche nach einer geeigneten Schule
  • zur beruflichen Orientierung, bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Arbeitsplatz und bei beruflichen Anerkennungsfragen.

Sie geben auch ergänzend Hilfe bei Fragen zur Existenzsicherung sowie bei persönlichen und familiären Angelegenheiten.

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Quellen:

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Aktuelle Zahlen zu Asyl, Ausgabe Dezember 2015.
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Aktuelle Zahlen zu Asyl, Ausgabe Februar 2016.
Deutscher Bundestag: Zahlen in der Bundesrepublik Deutschland lebender Flüchtlinge zum Stand 31. Dezember 2015, Drucksache 18/7800.